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Sturmschäden: Welche Schäden werden von der Versicherung übernommen?

Grundsätzlich gilt: Für Sturmschäden am Haus wie beispielsweise abgedeckte Dächer, ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Kommt es zu Schäden am beweglichen Mobiliar, wie zum Beispiel vom Sturm zerschlagene Blumenkübel, haftet die Hausratversicherung.

Sturmschaden erst ab Windstärke 8

Versicherungen kommen für Sturmschäden in der Regel erst ab einer Windstärke 8 auf. Der Versicherungsnehmer muss den Grad der Windstärke aber nicht beweisen. Das entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe ( AZ 12 U 251/04 ): Es sei ausreichend, dass zum Schadenszeitpunkt in der näheren Umgebung des Hauses diese Windstärke gemessen wurde.

Vorschäden schließen Versicherungsschutz nicht aus!

Weist ein Wohngebäude bereits Vorschäden aus, die den Sturmschaden begünstigen, muss die Gebäudeversicherung trotzdem für den Sturmschaden aufkommen. Dies hat das Oberlandesgericht Saarbrücken ( AZ 5 U 496/05-53) in einem Fall entschieden, bei dem der schon beschädigte Außenputz eines Hauses vom Sturm abgelöst wurde.

Aber Vorsicht: Kein Versicherungsschutz für Außenmarkise bei Sturm!

Bei einem Sturm mit Windstärke 8 muss jedem klar sein, dass es zu Windstößen kommen kann, die eine Außenmarkise zerstören können. Fährt man diese dann nicht ein, verliert man wegen grober Fahrlässigkeit den Versicherungsschutz. Dies entschied das Amtsgericht München (AZ 112 C 31663/08).

Kein Versicherungsschutz für Gartenmöbel und Gegenstände auf der offenen Terrasse!

Auch Gartenmöbel und Sachen, die auf einer offenen Terrasse stehen, fallen nicht unter den Versicherungsschutz der Hausratversicherung. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München schützt die Hausratsversicherung nur Gegenstände, die sich an dem durch den Vertrag festgelegten Versicherungsort befänden. Eine wertvolle Stahlplastik auf einer offenen Terrasse, die durch ein Unwetter stark beschädigt wurde, falle daher nicht mehr unter den Versicherungsschutz der Hausratversicherung.

Anwalt-Suchservice-Tipp: Gartenmöbel oder andere Gegenstände sollten bei einem aufkommenden Unwetter besser im Gebäude untergestellt werden. Wer dies nicht möchte, sollte möglicherweise seine Versicherung um diese Positionen erhöhen.

(Quelle: Anwalt-Suchservice)

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21.12.2019

Deutsche Staatsanwälte nicht unabhängig genug

Entscheidung des EuGH: Die deutschen Staatsanwälte sind nicht unabhängig genug, um einen EU-Haftbefehl auszustellen (Urt. v. 27.05.2019, Az. C-508/18), entschied er. In Deutschland sei nämlich nicht gesetzlich ausgeschlossen, dass die Justizminister mit Weisungen im Einzelfall Einfluss auf die Arbeit der Staatsanwaltschaft nehmen könnte. Die sei deshalb nicht als unabhängige "Justizbehörde" im Sinne des EU-Rahmenbeschlusses zum Haftbefehl (2002/584/JI) anzusehen.
21.12.2019

Kein "ewiges Widerrufsrecht"

Es ging um einen Kredit für den Hausbau und das "ewige Widerrufsrecht", das nach der verbraucherfreundlichen Rechtsprechung des BGH bestehen sollte, sobald ein Unternehmer nicht ordnungsgemäß über Widerrufsrechte bei Fernabsatzverträgen unterrichtet hat.

Der EuGH setzte dem allerdings ein Ende (Urt. v. 11.09.2019, Az. C-143/18): Auch bei Fernabsatzverträgen erlösche ein Widerrufsrecht, wenn der Vertrag auf ausdrücklichen Wunsch des Verbrauchers vollständig erfüllt werde. Und um zu diesem Ergebnis zu kommen, habe der BGH eben "erforderlichenfalls eine gefestigte nationale Rechtsprechung abzuändern", um zu einer Auslegung des BGB zu kommen, die mit der EU-Richtlinie zum Fernabsatz vereinbar ist.
10.08.2018

Echter kollektiver Rechtsschutz für ganz Europa !?

Nachdem die sog. Musterfeststellungsklage in die Zivilprozessordnung aufgenommen wurde freuten sich nicht nur viele Geschädigte des Dieselgate-Skandals zunächst über eine Möglichkeit zur Sammelklage. Allerdings -das Wort-Ungetüm lässt es vermuten- steckt hinter der neuen Klageart gerade keine Sammelklage und daher kein kollektiver Rechtsschutz.